04.09.2019

Bauen in schwierigem Untergrund

B15 - Westumfahrung Rosenheim BW 3.2 – BW 3.4 - Brücke über den Renkenweg, Mangfall, Mangfallkanal, Aicherpark, DB

Die Bauwerke werden als mehrfeldrige Stahlverbundbrücken hergestellt. Für die insgesamt 32 Stützstellen sind vier kastenförmige Widerlager mit Wartungsgang aus Stahlbeton und 28 Pfeilerstandorte als massive Einzelstützen und Stahlbetonstützen mit Hammerköpfen aus Stahl vorgesehen.

 

Und genau in diesem Bereich, bedingt durch den weichen und instabilen Seeton-Untergrund sowie der Tatsache, dass die Bohrpfähle nicht bis auf tragfähigen Grund reichen, sind bei diesem Bauwerk die größten Herausforderungen entstanden. Gemeinsam mit Experten der TU München wurde eine Lösung erarbeitet, die so noch nicht ausgeführt worden ist.

 

Je nach Traglast des jeweiligen Pfeilers wird eine bestimmte Anzahl von Pfählen im Boden verankert. Das muss sehr sorgfältig und schonend erfolgen, damit die Kraftübertragung des Bodens erhalten bleibt. Für zusätzliche Verbesserung der Seeton-Tragfähigkeit sorgen sogenannte Drainage- und Verdrängungssäulen.

Die Mischgründung, bestehend aus Bohrpfählen, Drainagesäulen und Verdrängungssäulen mit einer maximalen Länge von 50 Metern und jeweils einem Spundwandkasten, der durchschnittlich 10 Meter tief einbindet.

 

Während bereits 3/4 fertig der Bohrpfähle hergestellt wurden, haben in den vergangenen Wochen die Arbeiten der ersten Drainagesäulen begonnen. Diese werden gerade im Baufeld 1 hergestellt.

 

Bei dem Träger-Gerät handelt es sich um das Liebherr LR 1300, das bereits auf der Bauma 2019 vorgestellt wurde. Hierbei wird ein Stahlrohr bis zu 50 m tief in den Boden hineingepresst und dieser verdrängt.

 

Dabei wird ein Drainschlauch eingebaut, der beim Ziehen des Stahlrohres im Boden verbleibt und mit dessen Hilfe der Seeton drainiert wird. Insbesondere für die Herstellung der Verdrängungssäulen muss das überschüssige Porenwasser aus dem Seeton abgeführt werden.

 

Einsatzgewicht LR 1300 ca. 350 bis 380 Tonnen, Höhe ca. 53m, Breite ca. 8m, Länge ca. 10m

 

Bauzeit: 2019 – 2022

Stützweiten in Brückenachse: 14,00-31,00, bzw. 103,5 m beim TBW 1

Gesamtlänge: 192,5 m + 460,00 m

Gesamtlänge Rampen: 220,00 m

Breite zwischen den Geländern: 11,65 m-13,65 m

Brückenfläche: 2.233 m² + 9.300 m² (incl. Rampen)

Bauhöhe in Brückenlängsachse: 1.40 m

Konstruktionshöhe in Bauwerkslängsachse: 1.48 m

 

SSF Leistungen:

  • Gesamtbaumaßnahme
  • Objektplanung Ingenieurbauwerke §43, Lph 1, 2
  • Tragwerksplanung Ingenieurbauwerke §51, Lph 1, 2
  • Leistungen für Projektsteuerung, Baulogistik- und Baubetriebsplanung, Terminpla- nung, Kostenfortschreibung und -verfolgung, Planlauf, Bauherrenvertretung, Öffentlichkeitsarbeit für Gesamtmaßnahme
  • Bauoberleitung, Bauüberwachung, Bauleitung
  • Teilbauwerk 2 (BW3.4 über den Aicherpark und die DB-Strecke)
  • Objektplanung Ingenieurbauwerke §43, Lph 3, 5, 6
  • Tragwerksplanung Ingenieurbauwerke §51, Lph 3, 4, 5, 6

 

Fotos: SSF Ingenieure AG + Habau