Arnulfparksteg

München, Deutschland
Standort
München, Deutschland
Bauherr/Auftraggeber
Landeshauptstadt München
Bauausführung
2018 – 2020
Planungszeitraum
Wettbewerb 12/2012 bis 03/2013; Entwurfsplanung, Statik, Ausführungsplanung, Vorbereitung der Vergabe, Begleitung des Baugeschehens: 04/2013 bis 2020
Stützweite
90,80 m + 87,60 m + 61,90 m
Bauwerkslänge
240,30 m
Gesamtfläche
1.365 m²
Fertigstellung
2020
Leistungsbereiche
Ingenieurbauwerke § 43 Lph 1–3, 5, 6; Tragwerksplanung § 51 Lph 2–6; Örtliche Bauüberwachung, Bauüberwachung Bahn; Anmeldung Sperrzeiten bei der Bahn; Bauvorlageberechtigter Bahn

Die Fuß- und Radwegbrücke Arnulfparksteg überspannt 37 Gleise im Vorfeld des Hauptbahnhofs München und bildet eine Verbindung der Stadtteile Nymphenburg-Neuhausen und dem Westend-Schwanthalerhöhe. Sie befindet sich zwischen den stark befahrenen Verkehrsbauwerken Hacker- und Donnersberger Brücke und ist die erste eigenständige gleisübergreifende Fuß- und Radwegverbindung abseits der großen Verkehrshauptrouten in München. Die Brücke ermöglicht außerdem einen direkten Zugang zur S-Bahn-Haltstelle Donnersberger Brücke.

Bei dem im Jahre 2012 von der LH München ausgelobten Verhandlungsverfahren mit Vergabebekanntmachung nach VOF mit insgesamt acht Teilnehmenden, konnte die von SSF Ingenieure und Lang Hugger Rampp vorgeschlagene Stahl- Vierendeelbrücke über drei Felder überzeugen. Die beiden Längsträger bilden mit dem orthotropen Gehweg einen Trogquerschnitt, der auf der Nordseite außerhalb des Bahnbereichs montiert und über die gesamte Bahnanlage eingeschoben wurde.

Die Besonderheit des konstant hohen Querschnittes bilden die seitlich zunächst vertikalen und beim Betreten der Brücke allmählich unten nach außen klappenden Untergurtwangen und die oben wieder nach innen klappenden Pfosten und Obergurte. Am oberen Tragsystem angebrachte Glaselemente dienen als Berühr- und Wetterschutz und ermöglichen die Aussicht auf die Stadt. Sie reflektieren aufgrund der sich im Verlauf der Brücke ändernden Glasneigungen das Sonnenlicht und den Himmel in unterschiedlicher Helligkeit und Intensität, was die Brücke in der Ansicht stark belebt.

Die Öffnungen in der Verglasung werden beim Überqueren der Brücke zur Mitte hin immer höher, was neben der variablen Querschnittgeometrie einen weiteren besonderen Erlebniswert beim Hinübergehen hervorruft.

Die einzigartige Ästhetik des Bauwerks setzt sich auch in der Optik der aufwändig geformten Rampen- und Treppenanlagen fort: Im Norden in Ellipsen-, im Süden in Schlaufenform. Den nördlichen Platz mit seiner Rampe schirmt eine planar verglaste, 6 m hohe Lärmschutzwand zwischen den Büro- und Wohngebäuden zur Bahnanlage ab.

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