Neue Lechbrücke zwischen Gründl und Lechbruck
09. April 2026
Schlanker, moderner – und ganz ohne Mittelpfeiler
Die bestehende Brücke über den Lech, die die beiden Orte Gründl und Lechbruck verbindet, musste u. a. wegen starker Auskolkungen an einem Felsvorsprung, auf dem der Pfeiler gegründet war, im Auftrag des Staatlichen Bauamts Weilheim erneuert werden. Rund 17 Monate Bauzeit liegen hinter dem Projekt der neuen Brückenverbindung über den Lech zwischen Lechbruck und Gründl. Inzwischen ist die Maßnahme weitgehend abgeschlossen: Die Rückbauarbeiten sind beendet, die Baucontainer nahezu vollständig abgebaut und der Verkehr fließt wieder wie gewohnt. Lediglich die Flächen rund um die neue Brücke präsentieren sich aktuell noch karg – die finale Gestaltung steht hier noch aus.
Besonders auffällig ist der Unterschied zur früheren Konstruktion: Der prägende Betonstützpfeiler der alten Brücke gehört der Vergangenheit an. Stattdessen setzt die neue Lösung auf eine deutlich schlankere Bauweise. Elegant geschwungene Verbund-Fertigteil-Träger (VFT), farblich an den Lech angepasst, prägen nun das Erscheinungsbild. Dadurch fügt sich das Bauwerk harmonisch in die Umgebung ein und wirkt insgesamt leichter und moderner.
Auch historisch hat der Standort eine lange Bedeutung: Am Sockel des Flößers am westlichen Widerlager wird die Geschichte dieses Brückenübergangs erzählt – erstmals erwähnt wurde er bereits im Jahr 1316.
Neben der Planung und Umsetzung bot auch die Bauausführung besondere Herausforderungen: So mussten die langen Stahlträger auf den letzten Metern zur Baustelle bei Steingaden aufgrund einer engen Kurve rückwärts transportiert werden – eine logistische Meisterleistung.
Auch die Gründung des temporär auf der Seite Gründl herzustellenden Hilfspfeilers für die Behelfsbrücke gestaltete sich aufgrund einer verändert vorgefundenen Untergrund-/Felssituation schwierig. Zudem mussten die Wasserspiegellinien des Flusses mit hydraulischen Berechnungen untersucht werden, um die Hochwasserschutzmaßnahmen zum Bau der Brücke zu planen.
Einhub der Träger © Staatliches Bauamt Weilheim