Beginn der Stahlbaumontage der Nagerlbrücke im Bayerischen Wald

Nagerlbrücke im Bayerischen Wald

12. Januar 2026

Wichtiger Meilenstein bei der Erneuerung der Eisenbahnbrücke über den Schwarzen Regen

Mit dem Beginn der Stahlbaumontage auf der Baustelle ist ein wichtiger Meilenstein bei der Erneuerung der Eisenbahnbrücke über den Schwarzen Regen („Nagerlbrücke“) erreicht.

Die bestehende Nagerlbrücke wurde 1877 errichtet und überspannt mit einer Stützweite von 72 m den Schwarzen Regen. Der Überbau besteht aus einem einfeldrigen, genieteten Stahlfachwerk und lagert auf flach gegründeten, massiven Widerlagern.

Der Bauwerksentwurf für den Neubau sieht eine dreifeldrige Fachwerkbrücke (Stützweiten 28 m – 64 m – 28 m) in bestehender Trasse vor. Als Überbau kommt ein Stahlfachwerk mit obenliegender Fahrbahn und veränderlicher Konstruktionshöhe zur Ausführung. Der neue Stahlüberbau hat ein Gesamtgewicht von ca. 760 t.

Der entworfene Dreifeldträger mit dem prägnanten, veränderlichen Verlauf der Fachwerkuntergurte überspannt in eleganter und transparenter Form das Tal des Schwarzen Regens. Die kurzen Randfelder mit geringer werdender Konstruktionshöhe und kleinen, hochgesetzten Widerlagern ersetzen die gewaltigen Kubaturen der Bestandswiderlager.

Das Tragwerkskonzept wurde für eine Umsetzung des Ersatzneubaus mit möglichst geringen Eingriffen in Bahnbetrieb und Umwelt – hier insbesondere den Schwarzen Regen – entwickelt:

Die neuen, kleinen Widerlager können in kurzer Bauzeit und unabhängig vom Abbruch der Bestandswiderlager hergestellt werden. Das Hauptfeld mit zur Feldmitte hin schlanker werdender Konstruktionshöhe ist sowohl für einen Freivorbau von beiden Seiten als auch für die Kranmontage eines längeren Mittelschusses sehr gut geeignet. Der Überbau wird neben der bestehenden Bahntrasse vormontiert und zusammen mit den Pfeilern in einer Sperrpause in Endlage verschoben. Der Zugverkehr wird bis zur Einschubsperrpause über das bestehende Bauwerk abgewickelt, das erst im Zuge derselben Sperrpause zurückgebaut wird.

Das Baufeld der Brücke ist abgeschieden, unwegsam und schwer zugänglich. Zu den erforderlichen Maßnahmen der Baustellenerschließung zählen Baustraßen mit mehr als einem Kilometer Gesamtlänge, Rampen, Arbeitsebenen, Baustelleneinrichtungs- und Bereitstellungsflächen sowie zwei Behelfsbrücken für den Baustellenverkehr über den Schwarzen Regen.

Die Nagerlbrücke bildet zusammen mit der Ohetalbrücke und der Deffernikbrücke ein Paket von drei Talbrücken auf der Strecke Landshut – Bayerisch Eisenstein, deren Erneuerung allesamt von SSF Ingenieure geplant wird.